Am 26. Juni 2026 um 20 Uhr findet im Rahmen der Jüdischen Woche Leipzig die musikalische Lesung „Himmel voll Blut“ statt. Der Abend widmet sich den Tagebüchern des jungen jüdischen Autors Mosche Flinker (1926–1945), deren Klarheit und Unmittelbarkeit bis heute berühren. Seine Aufzeichnungen stehen stellvertretend für viele jüdische Stimmen, die während der nationalsozialistischen Verfolgung in Verstecken, im Exil oder auf der Flucht Tagebuch führten.
Neben der eindringlichen Beschreibung von Verfolgung und existenzieller Bedrohung spiegeln die Tagebücher auch Flinkers Zukunftshoffnungen wider: Nach der ersehnten Niederwerfung des Nationalsozialismus sah er seine Perspektive als Aufbau-Pionier in Erez Israel. In der Überzeugung, dass eine lebenswerte Zukunft dort nur im Dialog mit der arabisch-palästinensischen Bevölkerung möglich sei, begann er unter erschwerten Bedingungen Arabisch zu lernen.
Die Texte werden von Maximilian Rainer Hauptmann gelesen. Die musikalische Begleitung übernimmt die Pianistin Hyeheon Yoo. Ihr klanglich fein abgestimmtes Spiel schafft eine Atmosphäre, die den Worten nicht vorgreift, sondern ihnen behutsam eine zusätzliche Ebene der Wahrnehmung eröffnet.
Die Lesung ist Teil der Reihe „Klassik gegen RECHTS“, die sich der Erinnerungskultur und dem Einsatz gegen antisemitische und rassistische Tendenzen in der Gegenwart verpflichtet fühlt. Im Kontext der Jüdischen Woche Leipzig 2026 versteht sich die Veranstaltung als Beitrag zu einem gemeinsamen Nachdenken über jüdisches Leben, Erfahrungen und Geschichte – damals wie heute.
Eine Veranstaltung der Reihe Konzerte am Kanal
Veranstalter: Förderverein Philippus e.V./ Ein Programm der Cavalerotti e. V. - Frankfurt a. M. - Leipzig - aus der Konzertreihe "Klassik gegen das VERGESSEN"
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