Seit 1991 begleitet das Berufsbildungswerk junge Menschen mit Beeinträchtigungen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung, auf Arbeit, auf Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Berufliche Bildung bleibt dabei ein entscheidender Schlüssel für Inklusion. Niemand darf zurückgelassen werden – eine Gesellschaft misst sich nicht daran, wie sie mit ihren Stärken umgeht, sondern daran, welche Türen sie denjenigen öffnet, die Unterstützung benötigen“, so Hauptgeschäftsführer*in Tobias Schmidt.
Das BBW Leipzig startete am 1. September 1991 mit 114 Auszubildenden in einem Interimsgebäude in der Eichlerstraße. 1997 zog die Einrichtung in den heutigen Campus in der Knautnaundorfer Straße im Leipziger Ortsteil Knauthain um. Damals begannen dort rund 390 junge Menschen ihre Ausbildung. Bis heute hat sich aus dem Berufsbildungswerk ein Unternehmensverbund mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden entwickelt.
Ursprünglich konzentrierte sich das Angebot auf die Ausbildung von jungen Menschen mit Hör-, Sprach- und Kommunikationsbeeinträchtigungen. Inzwischen wurde das Profil erweitert: Seit dem Ausbildungsjahr 2024/25 richtet sich das Angebot auch an junge Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Zudem wurde das BBW Leipzig erneut als autismusgerechtes Berufsbildungswerk zertifiziert.
Ein fester Bestandteil des Jahresempfangs ist die Verleihung des Inklusionspreises „Brückenschlag“. Die Auszeichnung wurde in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben – erstmals an zwei Preisträger.
Einer der Preisträger ist die Siemens Energy Compressors GmbH, ein langjähriger Kooperationspartner des Berufsbildungswerks. Das Unternehmen stellt Praktikumsplätze für Auszubildende des BBW Leipzig bereit und ermöglicht ihnen so erste Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Martin Fünfstück, Abteilungsleiter Ausbildung, nahm den Preis gemeinsam mit seinen Kolleg*innen entgegen und betonte:
„Wir waren erstaunt und stolz, als wir von der Auszeichnung erfahren haben. Als großes Unternehmen haben wir auch eine soziale Verantwortung. Dazu gehört es, soziale Einrichtungen zu unterstützen und auch jungen Menschen eine Chance zu geben, den Weg ins Berufsleben zu finden. Dieser Preis ist für uns ein Ansporn, weiter zu investieren, zuzuhören, Chancen zu geben. Denn Inklusion ist kein Projekt, sondern eine Haltung. Mein größter Respekt gilt den jungen Menschen. Denn am Ende geht es nicht nur darum, Maschinen zu bauen, Energie zu erzeugen, sondern um Chancen zu geben und Zukunft zu gestalten. Zukunft entsteht dort, wo Menschen eine faire Chance bekommen.“
Der zweite „Brückenschlag“-Preis ging an die Agentur für Arbeit Leipzig. Besonders hervorgehoben wurde dabei das Engagement der Reha-Berater*innen, die junge Menschen mit Reha-Status auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf begleiten und gemeinsam mit Partnern Perspektiven für eine nachhaltige Integration schaffen. "Es ist ausgesprochen wichtig, dass wir in Partnerschaften denken und in Partnerschaften arbeiten. Ein dickes Dankeschön geht an die BBW-Leipzig-Gruppe. Wir nutzen zum Beispiel immer den Aktionstag Schichtwechsel, wo Mitarbeitende aus der Werkstatt zum Beispiel in die Agentur für Arbeit Leipzig kommen für einen Austausch und Mitarbeitende von der Agentur für Arbeit in die Diakonie am Thonberg für einen Tag gehen, um dort eben auch einen kleinen Perspektivwechsel zu haben und sich auszutauschen. Danke an alle, die in der Inklusion tätig sind“, so Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig, in seiner Danksagung.
Ein Video zum diesjährigen „Brückenschlag“-Preis, das die Zusammenarbeit zwischen den Partnern und dem Berufsbildungswerk zeigt, wurde anlässlich der Preisverleihung veröffentlicht:
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