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himmelJAZZ und Erde

Jeden zweiten Mittwoch im Monat um 20 Uhr in Philippus Leipzig
Alle Termine 

Lob, Kritik und Anregungen

JAZZ – monatlich in Philippus

In Philippus experimentieren wir mit Tradition. Wir setzen bewährte christliche Grundlagen in Beziehung mit unserem Alltag. Oft nicht spektakulär, häufig allerdings in ungewohntem Gewand. Während wir für ein hundertjähriges Kirchenensemble eine neue Zukunft öffnen, lief uns der Jazzsaxophonist Uwe Steinmetz über den Weg. Mit ihm findet nun monatlich, jeden zweiten Mittwoch im Monat, himmelJAZZund erde statt. Ein weiteres Experiment mit Tradition. Ein spirituelles Musikerlebnis in einem außergewöhnlichen Raum. Musiker und Bibel treten in einen Dialog. Stille, Gebet und Andacht klingen im gleichen Takt. Jazz wird zum Mitgestalter der Liturgie. 

JAZZ – mit Uwe Steinmetz

Begleitet wird himmelJAZZund erde in Leipzig von Uwe Steinmetz, freiberuflicher Jazzsaxophonist und Komponist für Kirchenmusik. Er studierte Saxophon und Musiktheorie in Berlin, Bern, Indien und Boston. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Berlin und unterrichtet an der Hochschule in Rostock Saxophon und Jazzgeschichte. 

2009 startete Uwe Steinmetz in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche die liturgische Jazzreihe IN SPIRIT, die bisher 70 mal stattfand. 2012 initiierte er die Jazzgottesdienstreihe PSALMTON und gemeinsam mit Daniel Stickan LEBENSKLÄNGE in Lüneburg. 

2014 konnte IN SPIRIT an 15 Spielorten in 70 Veranstaltungen deutschlandweit mit Unterstützung der Evangelischen Kirche Deutschlands auf Tournee gehen. Insgesamt wurden in den letzten sechs Jahren etwa 500 Jazzmusiker sowie zahlreiche Chöre und Kirchenmusiker eingebunden.

Seit 2015 entwickelt Uwe Steinmetz am Liturgiewissenschaftlichen Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland bei der Universität Leipzig Gottesdienste mit Jazzelementen und forscht an den Universitäten Göteborg und Oxford über den Beitrag des Jazz zur Klangfarbe des Lutherischen Gottesdienstes.

JAZZ– Sprache der Integration

Jazz beherrscht eine liturgische Musiksprache. In ihm klingen Spirituals und Gospels nach. Jazz ist geeignet, auch sozialen Protest gegen Unrecht und Marginalisierung zu tragen. Seine Improvisationen erinnern an Orgelmusik. Seine Klangwelt ist mit  Kirchenchorälen verwandt. Jazz vereint amerikanische Wurzeln mit Einflüssen anderer Kulturen. Jazz ist eine Musiksprache der Integration.

JAZZ – Ausdruck von Spiritualität

Seit Duke Ellingtons "Come Sunday" von 1958 und seinen erfolgreichen "Sacred Concerts", verbinden viele wegweisende Jazzmusiker Glaubenserfahrungen mit ihrer Musik. Es entstanden Messen, Concerts und Hymnen, unter anderem von John Coltrane, Albert Ayler, Dave Brubeck, Mary Lou Williams, Take Six und in neuerer Zeit Brian Blade, Bobby McFerrin, John Cowherd und John Patitucci. Im europäischen Jazz sind es so einflussreiche Musiker wie Tord Gustavsen, Juhani Aaltonen, John Surman, Misha Alperin und Tomasz Stanko, die immer wieder Kompositionen und CD-Projekte mit Themen christlicher Spiritualität produzieren. 

Interdisziplinäre Studiengänge, u.a. in Cambridge, St. Andrews und der Duke University, verknüpfen Theologie, Liturgie und Gegenwartsmusik. Eine bedeutende Rolle spielt dabei die Improvisationstradition des Jazz.